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Microsoft präsentiert Windows Phone 7

Enge Vorgaben für die Geräte-Hersteller. (Symbolbild) / Microsoft
Noch in diesem Jahr wird Microsoft das neue Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 in Europa auf den Markt bringen, vor kurzem wurde das neue System exklusiv in Hamburg der Presse vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass der Software-Gigant aus Redmond den Geräte-Herstellern enge Vorgaben ins Pflichtenheft schreibt, wie ein Windows-Handy in Zukunft aussehen soll. Ein schlichter Speicherkarten-Slot gehört zum Beispiel nicht dazu.
Zu den Hardware-Vorgaben gehört zwar ein Slot für eine micro-SD-Karte, diese wird aber nur dem Hersteller zugänglich sein, nicht dem Endbenutzer. Der Hersteller muss mindestens acht Gigabyte internen Speicher verbauen, wovon allerdings ein gewisser Bereich - wohl rund ein Gigabyte - für das Betriebssystem benötigt wird. Als Grund für diese Einschränkung gibt Microsoft an, der unkontrollierte Austausch von Daten mit anderen Geräten solle unterbunden werden, um den Nutzer bestmöglichen Schutz zu gewähren.

Weitere Hardware-Vorgaben sind etwa eine Kamera mit einer Auflösung von mindestens fünf Megapixel mit Blitz und einem physikalischen Auslöse-Button, drei echte Tasten an der Vorderseite («zurück», «Windows» und «Suche») sowie ein Prozessor mit mindestens 800 MHz und ein Grafikbeschleuniger, um die Bedienung entsprechend flüssig zu gestalten.

Keine eigenen Oberflächen mehr

Auch bei der Software müssen die Handy-Hersteller ihre individuellen Oberflächen wieder in der Schublade verschwinden lassen. Eigene Oberflächen wie etwa HTC Sense wird Microsoft bei Windows Phone 7 nicht mehr zulassen, nur noch die eigene Oberfläche mit den «Live Tiles» genannten Schaltflächen wird in Zukunft möglich sein.

Diese kann der Nutzer immerhin selbst organisieren, Funktionen löschen oder hinzufügen oder die Farben ändern. Die Oberfläche wird nicht wie bei Apples iOS oder Google Android vertikal, sondern horizontal scrollbar sein. Der Startscreen wird auch beim Drehen des Handys nicht gedreht, sondern bleibt fix in der Hochkant-Ausrichtung.

Microsoft will sich dem Consumer annähern

Mit Windows Phone 7 verfolgt Microsoft die Strategie, wieder einen Schritt auf den Endbenutzer zuzugehen. Während vergangene Windows-Betriebssysteme für Handys häufig stark auf den Business-Bereich zugeschnitten und wenig intuitiv zu bedienen waren, soll mit dem komplett neu entwickelten Windows Phone 7 alles einfacher und klarer werden. Das Konzept zur klaren Strukturierung der Informationen heisst «Metro» und soll dem Konzept der Beschilderung von Flughäfen oder Grossstädten nachempfunden sein.

«Hubs» integrieren verschiedene Anwendungen

Anwendungen fasst Windows Phone 7 in sogenannten Hubs zusammen. Davon gibt es insgesamt sechs Stück: People, Pictures, Games, Musik & Video, Office, Marketplace. Der «People Hub» etwa bündelt Informationen aus verschiedenen Kommunikationskanälen wie Outlook, Facebook, Windows Live und anderen. Im «Office Hub» gibt es einen je nach gewähltem Dienst gekoppelten Kalender, der dann immer aktuell gehalten wird. Neben Exchange unterstützt Microsoft auch Google-Konten, Yahoo! und andere.

Passionierte Spieler können sich mit Windows-Phone-7-Handys über den «Games Hub» auch in dem Xbox-Live-Netz anmelden und sich mit der Community austauschen. Die Spiele sollen zum Teil in leicht abgewandelter Form nicht nur auf der Konsole, sondern auch auf dem Handy lauffähig sein.

Vorseriengerät von Samsung reagiert ausgesprochen flott

Insgesamt lief Windows Phone 7 auf dem Vorseriengerät von Samsung, das so aussah, als ob es im Gehäuse eines i8910 steckte, äusserst flüssig. Beim Navigieren durch Menüs, Fotos, Kontakte oder Musik gab es kaum Verzögerungen, alles sah sehr schnell und gut gelöst aus. Längeres Drücken eines Elementes öffnet - ähnlich wie beim bekannten Rechtsklick mit der Maus - ein Kontextmenü mit Optionen, die zur Verfügung stehen. Leider wird die erste Version von Windows Phone 7 kein systemweites Copy/Paste unterstützen, dieses Feature kommt später. Auch echtes Multitasking wird es erst in späteren Versionen des Betriebssystems geben, dies geht zunächst nur mit Microsoft-eigenen Anwendungen wie dem Zune-Musikplayer.

Microsoft liefert erste Testgeräte an Entwickler

Erste Handys mit Windows 7 sind ebenfalls bereits im Umlauf, allerdings nur in den Händen von Entwicklern. Diese werden aus Redmond bereits mit Testgeräten beliefert. Wer selbst Spiele und Anwendungen mit dem kostenlos zum Download zur Verfügung stehenden Visual Studio 2010 Express for Windows Phone unter .NET, Silverlight und XNA entwickeln möchte, kann sich noch unter der E-Mail-Adresse wp7apps@microsoft.com für ein Testgerät bewerben. Alle anderen müssen bis zum Herbst oder Winter warten, wenn die ersten neuen Windows Phones in den Handel kommen.

(Steffen Herget/teltarif.ch)
publiziert: Dienstag, 17. August 2010 / 13:17 Uhr , aktualisiert: Mittwoch, 18. August 2010 / 19:02 Uhr

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