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Chinesen erledigten Job von US-Informatiker Bob

Findiger Faulpelz
Spezielles Outsourcing. (Symbolbild) (ex-press.ch) / Nadja Frey
San Francisco - Bob war ein geschätzter Softwareentwickler in seiner Firma, arbeitete gut und erledigte alle Aufgaben stets pünktlich - nur dass er seine Arbeit in Wirklichkeit an eine Firma in China ausgelagert hatte, während er seine Tage gemütlich im Internet verbrachte.
Dies hat das US-Telekommunikationsunternehmen Verizon in seinem Blog als ungewöhnlichen Outsourcing-Fall veröffentlicht. Nach eigenen Angaben wurde Verizon durch Sicherheitskontrollen bei einer US-Firma auf den Fall aufmerksam. Sie stellte regelmässige Zugriffe aus China auf den internen Computerserver der Firma fest.

Was zunächst nach Industriespionage aussah, erwies sich bei gründlicher Überprüfung als das Werk eines findigen Faulpelzes. Der Informatiker Bob tat in seinem Büro so, als wäre er schwer beschäftigt, liess aber in Wirklichkeit seinen Job von einer chinesischen Firma erledigen, der er im Gegenzug einen kleinen Teil seines Gehalts überwies.

Bobs typischer Arbeitstag begann mit ein wenig Surfen im sozialen Netzwerk Reddit. Anschliessend schaute er sich Videos von Katzen an, bevor er eine ausgiebige Mittagspause einlegte. Seinen Nachmittag verbrachte er auf der Online-Auktionsplattform eBay sowie in den sozialen Netzwerken Facebook und LinkedIn.

Einzige Arbeitshandlung war ein tägliches E-mail an seine Vorgesetzten, in der er sie über den Stand seiner Projekte informierte.

«Bester Entwickler im Hause»

Laut Andrew Valentine, der die Geschichte im Blog des Verizon RISK Teams veröffentlichte, verdiente Bob mehrere hunderttausend Dollar im Jahr, zahlte aber nur 50'000 Dollar an die chinesische Software-Consultingfirma, die seinen Job machte.

«Aber das Beste ist, dass dieser Mitarbeiter all die Jahre über grosses Lob für seine Arbeit bekam», sagte Valentine. Bob sei sogar als «bester Entwickler im Hause» gefeiert worden.

Laut Verizon handelte es sich bei Bob um einen etwa 40-jährigen Familienvater. Sein wirklicher Name wurde nicht veröffentlicht, ebenso wie der Name seines Arbeitgebers.

(bert/sda)
publiziert: Freitag, 18. Januar 2013 / 17:54 Uhr , aktualisiert: Freitag, 18. Januar 2013 / 17:55 Uhr
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