Keine ernsthafte Konkurrenz von Apple Maps
Oracle nutzt Nokia-Karten
publiziert: Dienstag, 2. Okt 2012 / 09:47 Uhr
Nokia setzt vermehrt auf seine Kartendienste.
Nokia setzt vermehrt auf seine Kartendienste.

Nokia hat mit dem Unternehmenssoftware-Riesen Oracle einen weiteren grossen Kunden für seine Kartendienste gewonnen. Der US-Konzern will die Nokia-Karten für Nutzer seiner Programme verfügbar machen.

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Ein Nokia-Sprecher bestätigte den Deal dem «Wall Street Journal». Der einstige Handy-Weltmarktführer hat in den vergangenen Jahren viel Zeit und Geld in den Aufbau eines hochentwickelten Kartendienstes gesteckt. Unter anderem kaufte Nokia vor fünf Jahren für gut acht Milliarden Dollar (damals 6,9 Milliarden Franken) den Karten­anbieter Navteq.

Während Nokia bei Handys und Smartphones inzwischen von Rivalen wie Samsung und Apple überholt wurde, rief Konzernchef Stephen Elop als Ziel aus, zum führenden Anbieter von Geodiensten zu werden. So stellt Nokia als Teil der grossen Partnerschaft mit Elops früherem Arbeitgeber Microsoft die Kartendienste auf Geräten mit dem mobilen Betriebssystem Windows Phone. Mit der nächsten Version Windows Phone 8 sollen Ende Oktober neue Funktionen eingeführt werden, etwa die Anzeige von Details, wenn man die Kamera auf einen Strassenzug richtet. Zuletzt schloss Nokia auch Karten-Vereinbarungen mit dem weltgrössten Online-Händler Amazon und dem Rabattcoupon-Anbieter Groupon ab.

Nokia kämpft gegen Google Maps, Apple erst einmal kein Konkurrent

Stärkster Konkurrent ist Google mit seinem weit ausgebauten Kartendienst. Smartphone-Rivale Apple leistete sich zuletzt dagegen einen Fehlstart mit seinem ersten eigenen Kartenangebot. Mit dem Start des iPhone 5 verbannte Apple erstmals die Google-Karten aus der neuen Version seines mobilen Betriebssystems iOS. Nutzer klagen jedoch über Fehler, fehlende Details und verzerrte 3D-Ansichten in Apples eigenem Kartendienst.

Am Freitag entschuldigte sich Apple-Chef Tim Cook persönlich bei den Kunden und empfahl ihnen, vorerst auf Angebote von Konkurrenten zurückzugreifen. Das hatte es bis dato bei Apple nicht gegeben. Nokias Karten können auf iPhones und iPads allerdings bisher nur über den Browser genutzt werden, was weniger bequem ist als mit einer App. Ein weiterer wichtiger Anbieter von digitalen Karten ist das nichtkommerzielle Freiwilligen-Projekt OpenStreetMap (OSM).

(Alexander Kuch/teltarif.ch)

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