Illegale Inhalte, Spam und gekaufte Nutzer
App-Macher: Dreckige Tricks für Kapital und User
publiziert: Dienstag, 10. Jul 2012 / 09:36 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Jul 2012 / 09:54 Uhr
Hersteller tun fast alles für die Beliebtheit und den Umsatz mit ihren Apps.
Hersteller tun fast alles für die Beliebtheit und den Umsatz mit ihren Apps.

Um sich im der extrem kompetitiven Branche der App-Hersteller einen Vorteil im Kampf um Investoren zu verschaffen, greifen Unternehmer zunehmend auf schmutzige Tricks zurück, wie Wired berichtet.

9 Meldungen im Zusammenhang
Mithilfe von gekauften Usern, pornografischen oder urheberrechtlich geschützten Inhalten und Spam-Taktiken versuchen die Anwendungs-Schmieden kurz vor einer Finanzierungsrunde Investoren durch unhaltbare Nutzerzahlen zu beeindrucken. Das führt dazu, dass die Mitbewerber immer paranoider werden und den Trend zu zweifelhaften Massnahmen so noch befeuern. Den Usern rauben diese Praktiken wertvolle Zeit.

«Apple, Google und Co versuchen solche Praktiken zu unterbinden. Ihre Angebote leiden schliesslich, wenn gute Apps nicht mehr gefunden werden können, weil die Rankings voller schwarzer Schafe sind. Für die App-Hersteller bringen dubiose Praktiken trotzdem Vorteile, da Downloadzahlen und Rankings wichtige Kennzahlen sind», sagt Florian Gschwandtner von runtastic. Die Konkurrenz auf dem Markt sei hoch, weshalb es vorkomme, dass Werkzeuge wie Bot-Farmen zur Steigerung der Userzahlen angewendet werden. In Europa sei das aber weniger ein Thema.

Gekaufte Installationen

Im Gegensatz zum offenen Internet bewegen sich Apps in einem geschlossenen Ökosystem. Sowohl Nutzeraktivität als auch die Akquirierung von Werbung sind von aussen praktisch nicht zu durchschauen. Das bietet optimale Voraussetzungen für unseriöse Geschäftspraktiken. Mit sogenannten «pay-per-install»-Systemen werden Userzahlen künstlich nach oben gedrückt. Hier werden beispielsweise den Nutzern von Spielen zusätzliche kostenpflichtige Inhalte gratis zur Verfügung gestellt, wenn sie eine App herunterladen. Apple hat dieses Modell mittlerweile aus seinem Store verbannt, nachdem bekannt wurde, dass Anbieter Tapjoy 100 Mio. Dollar pro Jahr mit solchen Angeboten verdient hat.

Auch Werbekampagnen in anderen Apps sind ein beliebtes Instrument, um kurzfristig Nutzer anzulocken. Mittlerweile konzentriert sich das Geschäft fast ausschliesslich auf Werbeeinschaltungen in anderen Apps, da Inserate bei Google, Facebook und Co aufgrund von verbesserten Werbe-Personalisierungs-Technologien nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen. Werbenetzwerke wie Tapjoy bezahlen teilweise App-Anbieter dafür, Werbung für andere Anwendungen zu schalten oder sogar gleich Installationen zu vermitteln. Auch Spammen von Werbung auf sozialen Netzwerken ist eine beliebte Strategie für App-Schmieden.

Illegale Inhalte Die meisten App-Hersteller entfernen etwaige, über ihre Anwendungen verfügbare, illegale Inhalte schnell, da sie nicht mit solchem Content in Verbindung gebracht werden wollen. Braucht ein Unternehmen aber dringend User, kann es sich durchaus rechnen, pornografisches oder urheberrechtlich geschütztes Material etwas länger verfügbar zu halten, um das dementsprechende Publikum anzulocken. Die Statistiken von vielen Start-ups weisen um den Zeitpunkt von Finanzierungsrunden in ihren Userstatistiken verdächtige Ausreisser nach oben auf. Die Apps Viddy, Socialcam und Branchout sind nur drei Beispiele für verdächtige Anomalien.

Viddy wurde im Februar aus dem App-store verbannt, weil pornografische Inhalte nicht schnell genug entfernt wurden. Bei Branchout gehen einige Blogger sogar soweit, die App als Pyramidenspiel zu bezeichnen. Einzelnen Herstellern Fehlverhalten nachzuweisen ist wegen des undurchsichtigen Systems schwierig, Spitzen in der Download-Statistik können auch durch legitimes Marketing entstehen.

Viele potenzielle Investoren verlassen sich aber mittlerweile nicht mehr ausschliesslich auf die Zahl der Downloads. «Die aktiven User sind als Kennzahl aussagekräftiger als die Dowloadzahlen. Gerade für Premium-Apps wie runtastic gilt das im besonderen Ausmass», so Gschwandtner. Bei den unrealistisch anmutenden Summen, die zuletzt von grossen Konzernen für einige Apps gezahlt wurden, ist eine Besserung der Situation vorerst trotzdem nicht in Sicht, schliesslich garantieren viele Nutzer meist immer noch einen hohen Verkaufspreis.

(bert/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese informatik.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Der App Store von Apple feiert sein fünfjähriges Bestehen. mehr lesen
Über 70 Prozent der Entwickler generieren keine Downloads.
Moskau - Der russische Hacker ZonD80 hat eine Möglichkeit gefunden, Gratis In-App-Käufe auf mobilen Endgeräten von Apple ... mehr lesen
Apple wurde in letzter Zeit häufiger angegriffen.
Ein Drittel der Smartphone-User benutzt die heruntergeladenen Apps öfters.
Cambridge - Wenn es um die Nutzung von Apps geht, entpuppen sich ... mehr lesen
Laut einer aktuellen Studie geben 70 Prozent aller Nutzer von mobilen Geräten kein oder nur ganz wenig Geld für Apps aus. mehr lesen
Langfristiges Denken bei der App-Entwicklung fördert den Erfolg.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Studie: Kaum ein App-Entwickler kann von seiner Arbeit leben.
Die Mehrheit der App-Entwickler kann laut einer Umfrage nicht von der eigenen ... mehr lesen
Bis zu 75 Prozent des Energieverbrauchs bei Apps wird gar nicht von der eigentlichen App verursacht, sondern von den ... mehr lesen
Beispiel Angry Birds: Werbebanner in Apps fressen zu viel Strom.
Demjenigen, der die 25milliardste App heruntergeladen hat, winkt ein iTunes-Gutschein im Wert von 10'000 Dollar.
New York - Apples App Store für iPhone und iPad hat am Samstag die Marke von ... mehr lesen
Die IT Recruitment GmbH bietet Jobs und Stellen im IT, EDV und Informat ...
Profitieren Sie von unserem breiten Dienstleistungsspektrum: Personalis ...
FO-Cyberfactory AG
Gewerbestrasse 18
8132 Egg bei Zürich
In Lausanne und Zürich funktionierten zeitweise die Bankomaten nicht mehr.
In Lausanne und Zürich funktionierten zeitweise die ...
Ab Mittag ging nichts mehr  Lausanne - Bei zahlreichen Geschäftskunden der Swisscom ist am Dienstagmittag die Internetverbindung ausgefallen. Die Lage beruhigte sich am Abend. Die Ursache blieb vorerst unklar. 
eGadgets «Dritte Hand»  Forscher des MIT Media Lab haben eine Roboter-Hand entwickelt, die bei Tätigkeiten des ...  
Link ist zurück!
Nintendo an der E3  Nintendo setzt in diesem Jahr an der E3 alles auf eine Karte und bringt exklusiv nur das ...  
Beim Internet der Dinge  Zürich - Schweizer Firmen unterschätzen die Cyberrisiken beim Internet der Dinge. In einer KPMG-Studie gaben ...  
Vernetzte Technologielandschaften bieten deutlich mehr Angriffsflächen.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2820
    Ihre Daten sind bei uns absolut sicher. "betrifft gleich hunderte US-Nutzer, von denen ungefragt sensible ... Do, 15.10.15 03:29
  • LinusLuchs aus Basel 137
    Gefahr aus der anderen Galaxie Dem Nachrichtendienst des Bundes und der National Security Agency wird ... Mo, 24.08.15 15:22
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Sie schreiben doch nie etwas, Sie machen lediglich dumme Bermerkungen, wie wir wieder hier sehen. ... So, 23.08.15 18:49
  • jorian aus Dulliken 1752
    Alles Gute keineschaf! In einem Monat bis maximal zwei Monaten, werden wir viel zu schreiben ... Sa, 22.08.15 18:55
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Mit was sich unser Schäfchen so alles beschäftigt! Und was es darüber so alles ... Fr, 21.08.15 00:49
  • keinschaf aus Wladiwostok 2820
    Dass... ...die gelöschten Accounts weiterhin existieren, ist zwar eine ... Do, 20.08.15 14:23
  • jorian aus Dulliken 1752
    Ich bin nicht Charlie 2 Alle die jetzt sagen, die sind wegen der freien Meinungsäusserung ... Fr, 31.07.15 13:46
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Falls jemand glauben sollte, das sei eine Ausnahme in der Schweizer Bestechungs- und ... Mo, 02.03.15 01:00
eGadgets Eigene Akku-Power im Notfall teilen Mithilfe von «PowerShake» lässt sich die Batterieladung ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


Swiss Precision IT
 
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
FIBA EUROBASKET Logo
23.05.2016
Velinor AG Logo
23.05.2016
23.05.2016
23.05.2016
Neu Logo
Neu
22.05.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
 
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 9°C 14°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 10°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 7°C 11°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 7°C 14°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 8°C 14°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 8°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 10°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten